Auflassungsvormerkung: Was sie bedeutet und warum sie bei Immobilienkauf wichtig ist
Bei einem Immobilienkauf ist die Auflassungsvormerkung, eine rechtliche Sicherung im Grundbuch, die den zukünftigen Eigentümer vor dem Verlust des Kaufvertrags schützt. Auch bekannt als Vormerkung des Eigentumswechsels, ist sie der entscheidende Schritt zwischen Unterschrift und tatsächlicher Eigentumsübertragung. Ohne sie riskierst du, dass der Verkäufer das Grundstück trotz Verkauf an jemand anderen veräußert – oder sich einfach aus dem Vertrag zurückzieht. Du hast bezahlt, aber kein Recht mehr auf die Immobilie. Das passiert nicht oft, aber wenn es passiert, kostet es dich viel Zeit, Geld und Nerven.
Diese Vormerkung wird im Grundbuch, das offizielle Verzeichnis aller Rechte an Grundstücken und Gebäuden in Österreich eingetragen. Sie bindet den Verkäufer und verhindert, dass er das Grundstück weiterverkauft, belastet oder verpfändet. Die Vormerkung entsteht, sobald du und der Verkäufer den Kaufvertrag unterschrieben haben – aber bevor der Notar den Eigentumswechsel beim Grundbuchamt einträgt. Sie ist kein Bonus, sie ist Pflicht. Jeder seriöse Notar stellt sie automatisch ein. Und sie ist auch der Grund, warum du nicht einfach nach der Unterschrift in deine neue Wohnung ziehen kannst: Die rechtliche Sicherheit muss erst vollzogen werden.
Was viele nicht wissen: Die Auflassungsvormerkung schützt dich nicht nur vor dem Verkäufer. Sie hält auch andere Gläubiger ab, die etwa einen Zwangsvollstreckungsbeschluss gegen den Verkäufer haben. Solange die Vormerkung im Grundbuch steht, kann niemand anderes Ansprüche an das Grundstück geltend machen. Das macht sie zur stärksten rechtlichen Absicherung im Immobilienkauf – viel sicherer als eine Kaution oder eine Bankgarantie.
Die Eintragung dauert in der Regel nur ein paar Tage, aber sie muss korrekt erfolgen. Fehler bei der Angabe der Grundstücksnummer, der Flur oder der Namen führen dazu, dass die Vormerkung ungültig ist. Deshalb ist ein erfahrener Notar unverzichtbar. Er prüft nicht nur die Unterlagen, sondern stellt auch sicher, dass alle Rechte – wie Mietverträge, Grunddienstbarkeiten oder Baurechte – richtig berücksichtigt werden. Die Vormerkung ist kein formales Papierspiel. Sie ist deine Lebensversicherung beim Immobilienkauf.
Wenn du eine Immobilie kaufst, ist die Auflassungsvormerkung der Moment, in dem dein Kaufvertrag rechtlich greift. Sie ist der Übergangspunkt zwischen Absicht und Realität. Und sie ist der Grund, warum du bei Immobilienkauf nie auf einen Notar verzichten solltest – egal wie vertraut du dem Verkäufer bist. Selbst bei Verwandten. Selbst bei günstigen Angeboten. Selbst wenn es "einfach nur schnell gehen soll". Die Vormerkung ist kein Hindernis. Sie ist dein Schutzschild.
In den folgenden Artikeln findest du detaillierte Anleitungen zu den Schritten, die hinter einer sicheren Immobilienübertragung stecken – von der Grundbuchberichtigung über die Eintragung von Miteigentumsanteilen bis hin zu den häufigsten Fehlern bei der Kaufvertragsausführung. Hier geht es nicht um Theorie. Hier geht es darum, dass du dein Geld und dein Zuhause sicher hast.