Heizungsumbau im Winter: Übergangslösungen und Planung für einen warmen Wohnkomfort

Wenn Ihre Heizung im Januar plötzlich kaputtgeht, ist das kein normaler Winterstress - das ist ein Notfall. Kein warmes Wasser, keine Heizung, kalte Wände. Und das, obwohl draußen minus zehn Grad liegen. Im Winter einen Heizungsumbau zu starten, klingt nach einer schlechten Idee. Doch oft bleibt keine andere Wahl. Der Heizungsumbau im Winter ist nicht nur möglich, er wird immer häufiger nötig. Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) seit Januar 2024 verlangt, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Aber was tun, wenn die neue Anlage noch nicht installiert ist? Und wie vermeiden Sie, dass Ihre Familie drei Tage lang in kalten Zimmern sitzt?

Warum der Winter nicht der beste, aber der realistischste Zeitpunkt ist

Viele Hausbesitzer warten auf den Frühling, um ihre alte Heizung auszutauschen. Im Sommer ist es ruhig, die Arbeiten laufen ohne Druck, und es gibt Zeit für Vergleiche. Aber was, wenn die Heizung einfach nicht mehr läuft? Dann zählt nicht die perfekte Planung - sondern die schnelle Lösung. Der Winter ist kein idealer Zeitpunkt, aber er ist oft der einzige. Die Vorteile? Die neue Anlage wird sofort unter echten Bedingungen getestet. Bei Minustemperaturen zeigt sich, ob die Wärmepumpe wirklich leistet, ob die Rohre richtig isoliert sind, ob die Raumtemperatur stabil bleibt. Kein theoretischer Test - echte Praxis. Der Nachteil? Jeder Tag ohne Heizung kostet Komfort, Gesundheit und Geld. In Salzburg, wo die Nächte oft unter minus zehn Grad fallen, ist das kein kleines Problem.

Ein Hausmeister aus Halle berichtete im Forum heizung.de, wie er drei Tage ohne Heizung saß, weil die gemietete Notheizung erst nach zwei Tagen kam. Die Folge? Schimmel an der Wand. 450 Euro für drei Tage - und das war nur der Anfang. Andere, die vorher geplant haben, zahlen nur 120 Euro und bleiben bei 20 Grad. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Vorbereitung.

Was sagt das Gesetz? GEG und Übergangsfristen

Seit dem 1. Januar 2024 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es verbietet nicht den Einsatz von Gas- oder Ölheizungen - aber es schreibt vor: Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen. Das bedeutet: Eine reine Gasheizung ist nicht mehr erlaubt, wenn Sie neu einbauen. Aber es gibt Ausnahmen. Wenn Ihre alte Heizung total ausfällt, dürfen Sie vorübergehend eine Erdgas-Zentralheizung installieren - und zwar bis zu fünf Jahre lang. Das ist keine Ausrede, sondern eine offizielle Übergangslösung. Sie gibt Ihnen Zeit, die richtige Technik zu finden, ohne im Winter zu frieren.

Für Bestandsgebäude gibt es Fristen: In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen Sie bis zum 30. Juni 2026 eine erneuerbare Heizung installieren. In kleineren Gemeinden haben Sie bis 2028 Zeit. Das ist wichtig zu wissen, wenn Sie planen - aber nicht, wenn Ihre Heizung jetzt kaputt ist. Dann zählt nur: Wie kriege ich Wärme, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen?

Was sind realistische Übergangslösungen?

Wenn die alte Heizung nicht mehr geht, brauchen Sie eine Lösung - schnell. Und die muss funktionieren, auch bei Eis und Schnee. Hier sind die drei praktikabelsten Optionen:

  • Mobile Elektrozentralheizung: Diese Geräte werden an das Stromnetz angeschlossen und heizen das ganze Haus. Sie sind leise, sauber und sofort einsatzbereit. Der Nachteil: Hoher Stromverbrauch. Bei einem Einfamilienhaus können sie bis zu 30 kWh pro Tag verbrauchen - das macht bei 40 Cent pro kWh fast 12 Euro am Tag. Aber sie halten die Temperatur stabil, ohne Schimmel zu fördern.
  • Gemietete Gas- oder Ölheizung: Diese werden auf den Balkon oder in den Keller gestellt und über Rohre an das bestehende Heizsystem angeschlossen. Sie sind leistungsstark und eignen sich für größere Gebäude. Aber: Sie brauchen eine Genehmigung, und die Lieferung kann dauern. Im Winter 2023/24 gab es in ganz Österreich Lieferengpässe - wer zu spät bestellte, musste warten.
  • Hybrid-Heizung als Übergang: Wenn Sie schon eine Wärmepumpe installieren wollen, aber noch nicht ganz umgestiegen sind, kann eine Hybrid-Lösung helfen. Sie kombiniert eine Wärmepumpe mit einer Gas- oder Ölheizung. Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast, die Gasheizung springt nur bei extremen Temperaturen ein. Das erfüllt schon 30-40 Prozent der GEG-Anforderungen und ist eine echte Brücke in die Zukunft.

Einige Heizungsbauer bieten mittlerweile sogenannte Winterpakete an. Das ist ein festes Angebot: Einbau der neuen Heizung, Lieferung der mobilen Heizung, 48 Stunden Arbeit, und alles für einen Pauschalpreis von 200 bis 400 Euro. Das ist kein Luxus - das ist Standard. Wer das nicht anbietet, arbeitet nicht professionell.

Techniker installiert eine Hybridheizung mit Wärmepumpe und Gasheizung in einer Werkstatt, während ein mobiler Heizer den Raum warm hält.

Wie planen Sie richtig? Schritt für Schritt

Ein Heizungsumbau im Winter ist kein spontaner Entschluss. Er braucht Struktur. Hier ist, was wirklich zählt:

  1. Mindestens vier Wochen vorher beginnen. Sie brauchen Zeit für Angebote, Beratung und Lieferung. Kein „heute bestellt, morgen installiert“.
  2. Mindestens drei Angebote einholen. Nicht nur nach dem Preis schauen - fragen Sie nach: Wie sieht die Übergangslösung aus? Wer stellt die mobile Heizung? Wer haftet, wenn es kalt wird? Wer bringt die Anlage? Wer macht die Abnahme?
  3. Verpflichtende Beratung einhalten. Seit 2024 muss vor jedem Heizungsaustausch eine Beratung stattfinden. Ein zertifizierter Energieberater prüft, ob die neue Anlage zum Haus passt, ob die Isolierung ausreicht, ob die CO₂-Kosten steigen werden. Diese Beratung kostet 150-300 Euro - aber sie spart Ihnen später Tausende.
  4. Die Installation auf 48 Stunden begrenzen. Die Arbeiten sollten an einem Tag mit milderem Wetter stattfinden. Ein Tag zum Abbau, ein Tag zum Einbau. Mehr ist nicht nötig - und auch nicht erlaubt.
  5. Die Übergangslösung im Angebot festhalten. Schreiben Sie auf: „Mobile Elektroheizung wird bereitgestellt, Temperatur bleibt über 18 Grad.“ Unterschreiben Sie das. Wenn es danach kalt wird, haben Sie einen Anspruch.

Welche Heizung kommt nach dem Umstieg?

Nach der Übergangsphase brauchen Sie eine dauerhafte Lösung. Die gängigsten Optionen sind:

  • Wärmepumpe (Luft-Wasser oder Erdwärme): Die beste Wahl für Häuser ab 1970. Sie nutzt die Umgebungsluft oder die Wärme aus dem Boden. Sie braucht gut isolierte Räume - sonst läuft sie ständig. Aber sie senkt die Heizkosten um 50-70 Prozent.
  • Wärmepumpe-Hybrid: Kombiniert Wärmepumpe mit Gas. Ideal für alte Häuser, die nicht perfekt gedämmt sind. Die Gasheizung springt nur bei extremen Minusgraden ein. Das ist die Lösung, die Experten für 2026 als Standard prognostizieren.
  • Solarthermie: Heizt Wasser mit Sonnenenergie. Funktioniert gut als Ergänzung, aber nicht als Hauptquelle im Winter.
  • Biogas oder Holzpellets: Nur sinnvoll, wenn Sie Platz für einen Pelletlager haben oder einen Biomasse-Kessel installieren können. Die Wartung ist aufwendiger.

Ein Haus aus den 70ern mit guter Dämmung? Dann ist die Wärmepumpe die klügste Wahl. Ein Altbau aus den 60ern mit dicken Mauern? Dann brauchen Sie Hybrid. Der Fehler? Eine Wärmepumpe in ein altes Haus ohne Dämmung einbauen - sie läuft dann rund um die Uhr und kostet mehr als das alte Ölgerät.

Vergleich: Schimmelige Wand links, moderne Heizung mit Solaranlage rechts – symbolisiert die Wahl zwischen Notstand und geplanter Sanierung.

Was kostet das wirklich?

Die Kosten für einen Heizungsumbau im Winter sind nicht nur die neue Heizung. Es sind die Übergangslösung, die Beratung, die möglichen Schäden durch Kälte, die zusätzlichen Stromkosten.

Im Durchschnitt:

  • Mobile Heizung (48 Stunden): 120-300 Euro
  • Wärmepumpe (Luft-Wasser): 18.000-25.000 Euro (mit Förderung bis zu 6.000 Euro)
  • Hybrid-System: 15.000-20.000 Euro
  • Energieberatung: 150-300 Euro
  • Schimmel-Sanierung (wenn nicht geplant): 2.000-8.000 Euro

Wer spart, indem er keine Übergangslösung bucht, zahlt später viel mehr. Die meisten Schimmel-Schäden entstehen, weil die Luftfeuchtigkeit in kalten Räumen nicht abtransportiert wird. Ein paar hundert Euro für eine Heizung im Winter - oder mehrere Tausend für eine neue Wand? Die Entscheidung ist einfach.

Was passiert, wenn Sie nichts tun?

Wenn Ihre Heizung ausfällt und Sie nichts tun, passiert Folgendes: Die Temperatur sinkt. Die Wände kühlen ab. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Schimmel wächst. Möbel faulen. Die Isolierung wird beschädigt. Und das alles in einer Woche. Die Versicherung zahlt nicht - denn es war vermeidbar. Die Mieter verklagen - wenn es eine Mietwohnung ist. Die Behörden prüfen - weil das GEG auch für Vermieter gilt. Ein Heizungsausfall im Winter ist kein technisches Problem. Es ist ein Rechts-, ein Gesundheits- und ein finanzielles Risiko.

Die meisten Hausbesitzer, die im Winter umgebaut haben, sagen später: „Ich hätte es früher machen sollen.“ Nicht, weil die Technik schlecht war. Sondern weil sie die Übergangsphase ignoriert haben. Die richtige Lösung ist nicht die billigste. Sie ist die sicherste. Und die mit der besten Planung.

Darf ich im Winter eine neue Heizung einbauen?

Ja, das ist nicht nur erlaubt, sondern oft notwendig. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verbietet nicht den Winterumbau - sondern schreibt vor, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent erneuerbar sein müssen. Wenn Ihre alte Heizung kaputt ist, dürfen Sie vorübergehend eine Gasheizung installieren, bis die endgültige Anlage steht. Wichtig: Die Übergangslösung muss im Angebot festgeschrieben werden, sonst riskieren Sie Komfort- und Gesundheitsschäden.

Wie lange darf ich mit einer Gasheizung als Übergangslösung arbeiten?

Sie dürfen eine Erdgas-Zentralheizung bis zu fünf Jahre lang als Übergangslösung nutzen, wenn die endgültige Anlage noch nicht installiert werden kann. Das ist eine offizielle Regelung des GEG. Aber: Sie müssen nachweisen, dass Sie aktiv an der Installation einer erneuerbaren Heizung arbeiten - sonst können Behörden den Betrieb untersagen. Ein einfacher Kauf eines Gasmotors reicht nicht - es muss eine geplante Umstellung geben.

Welche Heizung ist die beste für ein altes Haus?

Für Häuser vor 1970 ist eine Wärmepumpe oft nicht die beste Wahl - sie braucht gute Dämmung. Eine Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gas ist hier die praktischere Lösung. Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast, die Gasheizung springt nur bei extremen Temperaturen ein. So erfüllen Sie die GEG-Vorgaben und vermeiden hohe Stromkosten. Ein Energieberater sollte die Gebäudesubstanz prüfen, bevor Sie entscheiden.

Wie finde ich einen seriösen Heizungsbauer für einen Winterumbau?

Suchen Sie nach Anbietern, die „Winterpakete“ anbieten. Das sind standardisierte Angebote mit fester Preisgestaltung für Übergangslösung, Installation und Nachbetreuung. Fragen Sie nach: „Welche mobile Heizung verwenden Sie? Wer stellt sie? Wer haftet bei Ausfall?“ Ein seriöser Betrieb hat eine Liste von zertifizierten Partnern und kann Ihnen Referenzen zeigen. Vermeiden Sie Anbieter, die nur sagen: „Wir schauen, was geht.“

Gibt es Förderungen für Heizungsumbauten im Winter?

Ja. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Wärmepumpen mit bis zu 30 Prozent der Investitionskosten - unabhängig davon, ob der Umbau im Winter oder Sommer stattfindet. Auch für Hybridlösungen gibt es Zuschüsse, wenn die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Heizlast übernimmt. Die Förderung wird vor der Installation beantragt - also nicht nach dem Einbau. Planen Sie früh genug, damit die Förderung rechtzeitig kommt.