Wenn du deine Küche modernisierst, ist die Beleuchtung oft der entscheidende Faktor, der zwischen funktionell und faszinierend unterscheidet. Eine gute LED-Beleuchtung unter den Unterschränken macht das Schneiden, Kochen und Spülen nicht nur sicherer, sondern macht die Küche auch zu einem angenehmeren Ort. Kein flackerndes Licht, kein heißer Halogenstrahler, keine dunklen Ecken mehr. Heute ist LED nicht mehr ein Luxus, sondern der Standard. Und du kannst es selber machen - ohne Elektriker. Hier kommt die klare, praktische Anleitung, wie du es richtig machst.
Warum LED unter den Küchenschränken?
- 85 % weniger Stromverbrauch: Ein alter Halogenstrahler braucht 20 Watt. Ein moderner LED-Streifen braucht 3 Watt für dieselbe Helligkeit. Das spart jährlich bis zu 30 Euro an Stromkosten, wenn du täglich 3 Stunden kochst.
- 50.000 Stunden Lebensdauer: Halogenlampen halten 2.000 Stunden. LED hält 25-mal länger. Du musst sie nie mehr wechseln - wenn du sie richtig installierst.
- Keine Wärme auf der Arbeitsplatte: Halogenstrahler heizen die Arbeitsfläche auf. LED bleibt kalt. Das ist besonders wichtig, wenn du oft mit empfindlichen Lebensmitteln arbeitest oder kleine Kinder in der Küche sind.
- Flexibel in der Farbtemperatur: Die meisten modernen Systeme erlauben es, zwischen warmweiß (2700K) und tageslichtweiß (6500K) zu wechseln. Warmes Licht für gemütliche Abende, helles Licht für präzises Schneiden.
Ein Vergleichstest von hansemut zeigt: Eine komplette LED-Lösung für eine 6-Meter-Küche kostet zwischen 120 € und 250 € - inklusive allem, was du brauchst. Ein Halogen-System kostet zwar weniger upfront, aber du zahlst jahrelang mehr Strom und wechselst Lampen. Langfristig ist LED die klügere Wahl.
Was du brauchst: Die richtigen Teile
Nicht jeder LED-Streifen ist gleich. Für Küchenarbeitsflächen brauchst du spezielle Modelle. Hier ist, was wirklich zählt:
- LED-Streifen: Wähle SMD2835-120LED/m oder SMD5050-60LED/m. Die 120 LED pro Meter sorgen für ein gleichmäßiges, schattenfreies Licht - kein Punktlicht, kein Flimmern.
- Netzteil: 24V DC ist der Standard. 12V-Systeme haben zu viel Spannungsabfall bei Längen über 3 Metern. Dein Netzteil sollte mindestens 20 % mehr Leistung haben als der Streifen verbraucht. Ein 5-Meter-Streifen mit 120 LED/m verbraucht etwa 48 Watt. Wähle ein 60-Watt-Netzteil.
- Aluprofil: 15 mm Breite, 2 mm Stärke, 100 cm Länge. Das Profil leitet die Wärme ab, schützt den Streifen und hält ihn gerade. Ohne Profil hängt der Streifen durch - besonders über der Spülmaschine.
- Milchglasabdeckung: Verhindert Blendung und macht das Licht weicher. Ohne sie wirkt das Licht zu hart und punktuell.
- Doppelseitiges Klebeband: Uhu Max Repair oder ein vergleichbares Hochleistungsklebeband. Normales Klebeband hält nicht - das haben 68 % der Heimwerker gelernt.
- Montageclips (optional): Einige Systeme haben Klick-Clips statt Klebeband. Das macht die Montage schneller und erlaubt eine spätere Entfernung ohne Schäden.
Vermeide RGBW-Systeme für die Arbeitsfläche. Sie haben 16 Millionen Farben - cool für Partys, aber schlecht fürs Kochen. Du brauchst hohes Farbwiedergabe-Index (CRI >90). Nur so erkennst du, ob das Fleisch noch frisch ist oder die Tomate reif ist.
Die Installation: Schritt für Schritt
Du brauchst etwa 2 bis 4 Stunden. Keine Eile. Präzision zählt mehr als Geschwindigkeit.
- Skizze machen: Miss alle Unterschränke genau aus. Notiere Länge, Abstand zur Arbeitsplatte, Hindernisse wie Spülmaschine, Backofen oder Abzug. Zeichne eine einfache Skizze mit Maßen. Das spart später Zeit und Ärger.
- Aluprofil zurechtschneiden: Schneide das Aluminiumprofil auf die Länge deiner Schränke zu. Einige Systeme haben bereits vorgeschnittene Teile. Falls nicht: Verwende eine Metallsäge oder eine Feile. Achte auf saubere Kanten - keine Grate!
- Flächen reinigen: Wisch die Unterseite der Schränke mit Alkohol oder einem Fettlöser ab. Staub, Fett, Staub - alles reduziert die Klebekraft um bis zu 70 %. Ein sauberes Klebeband hält 10 Jahre. Ein schmutziges hält 2 Wochen.
- Aluprofil kleben: Lege das Klebeband auf das Profil. Entferne die Schutzfolie. Drücke das Profil fest an die Schrankunterseite. Lasse 20 cm Überstand an beiden Enden - das ist wichtig für die Kabelführung. Wichtig: Nicht nur in der Mitte festdrücken. Ganz langsam von links nach rechts, damit keine Luftblasen bleiben.
- LED-Streifen einsetzen: Öffne die Abdeckung des Profils. Ziehe die Schutzfolie vom LED-Streifen. Setze den Streifen in das Profil ein. Achte darauf, dass er ganz gerade liegt. Kein Biegen! LED-Streifen sind empfindlich. Wenn du ihn verbiegst, geht er kaputt.
- Kabel führen: Führe das Kabel seitlich aus dem Profil. Nutze den Überstand. Verstecke es hinter der Küchenwand oder in einer Leiste. Vermeide es, das Kabel über die Arbeitsplatte laufen zu lassen. Das sieht unsauber aus und ist gefährlich.
- Anschluss ans Netzteil: Verbinde die LED-Kabel mit dem Netzteil. Achte auf die Polarität: + und -. Wenn du unsicher bist, prüfe die Farben: Rot ist +, Schwarz ist -. Ein falscher Anschluss kann den Streifen ruinieren. Nutze keine Lötkolben, wenn du nicht geübt bist. Stecker- oder Klemmverbindungen sind sicherer.
- Netzteil montieren: Das Netzteil braucht Luft. Setze es nicht in einen geschlossenen Schrank. Befestige es mit Klebeband oder Schrauben an der Wand oder unter einem Schrank. Vermeide Hitzequellen wie den Backofen.
- Milchglasabdeckung einsetzen: Stecke die Abdeckung vorsichtig in das Profil. Sie sollte leicht klicken. Wenn sie sich nicht einrastet, prüfe, ob der Streifen richtig sitzt. Manchmal ist ein kleiner Steinchen im Profil der Grund.
Was du unbedingt vermeiden musst
- Nie in Serie schalten: Wenn du zwei Streifen hintereinander anschließt, läuft das als Serie. Ein Ausfall = alles aus. Immer parallel anschließen. Jeder Streifen bekommt sein eigenes Kabel vom Netzteil.
- Nicht zu niedrige Helligkeit: Die Arbeitsfläche braucht mindestens 500 Lux. Ein Test mit einem Luxmeter zeigt: Viele DIY-Lösungen liegen bei 300 Lux - zu dunkel. Wenn du nicht messen kannst: Halte deine Hand unter das Licht. Wenn du deutliche Schatten siehst, ist es hell genug.
- Falsche Farbtemperatur: Unter 3000K ist es zu warm - die Küche wirkt trüb. Über 5000K ist es zu kalt - wie im Krankenhaus. 4000K ist der Goldstandard für Küchen. Warm genug fürs Wohnen, hell genug fürs Kochen.
- Kein Profil, kein Licht: LED-Streifen ohne Aluprofil werden heiß, biegen sich durch, verlieren Lichtleistung. Das ist kein Spar-Tipp - das ist ein Fehler.
Smart Home? Ja - aber später
Heute gibt es LED-Systeme, die mit Alexa, Google Home oder der App steuerbar sind. Aber für die erste Installation: Halte es einfach. Du brauchst keine Smart-Steckdose, keine App, keine Farbwechsel-Programme. Konzentriere dich auf die Grundfunktion: sauberes, helles, gleichmäßiges Licht. Wenn du später willst, kannst du ein dimmbares Netzteil nachrüsten oder einen Smart-Controller hinzufügen. Aber fang nicht mit 500 € System an, wenn du nur 120 € brauchst.
Was kostet es wirklich?
Ein Selbstbau-Kit für eine 5-Meter-Küche:
- LED-Streifen (5 m, 120 LED/m): 45 €
- Aluprofil (5 x 100 cm): 35 €
- Milchglasabdeckung: 20 €
- 24V Netzteil (60W): 30 €
- Klebeband, Kabel, Stecker: 20 €
- Gesamt: 150 €
Professionell installiert: 350-600 €. Du sparst also bis zu 450 € - und hast etwas gelernt.
Wie lange hält das?
LED-Streifen halten 50.000 Stunden. Das sind bei 3 Stunden täglich Nutzung über 45 Jahre. Aber: Das ist die Lebensdauer des LED-Chips. Die Schwachstelle ist das Netzteil. Ein gutes Netzteil hält 5-10 Jahre. Ein billiges nach 2 Jahren. Deshalb: Investiere in ein qualitativ hochwertiges Netzteil. Es ist der wichtigste Teil.
Die Technik ist ausgereift. Die Marktforschung von Lichtdekor zeigt: 72 % aller neuen Küchen nutzen heute LED-Unterbauleuchtung. 2025 wird es 85 % sein. Wer jetzt nachrüstet, macht nichts Falsches. Wer wartet, verpasst die Chance, die Küche wirklich zu verbessern.
Kann ich LED-Streifen einfach über alte Halogenstrahler legen?
Nein. Alte Halogenstrahler sitzen in Aussparungen, die für LED-Streifen zu tief oder zu eng sind. Außerdem ist die Stromversorgung anders. Du musst die alten Leuchten entfernen, die Kabel abklemmen und die neue LED-Beleuchtung direkt unter dem Schrank montieren. Sonst gibt es Lichtschatten, Überhitzung und ein unsaures Ergebnis.
Brauche ich einen Elektriker?
Nein. Du arbeitest mit 24V Gleichspannung - das ist sicher. Du verbindest nur ein Netzteil mit einem Streifen. Kein Anschluss an die Hausstromleitung nötig. Wenn du aber keinen Stecker in der Nähe hast, musst du einen neuen Stromanschluss legen. Dann brauchst du einen Elektriker. Sonst: alles selber machbar.
Warum hängt mein LED-Streifen durch?
Das liegt meistens an zwei Dingen: Entweder du hast kein Aluminiumprofil verwendet - oder du hast das Klebeband nur in der Mitte angeklebt. Das Profil muss über die gesamte Länge fest sein. Ohne Profil dehnt sich der Streifen unter seinem eigenen Gewicht aus. Besonders über der Spülmaschine oder der Kücheninsel. Nutze immer ein Profil und klebe es mit hochwertigem Klebeband an allen Punkten fest.
Welche Farbtemperatur ist am besten für die Küche?
4000 Kelvin (K) ist der Goldstandard. Warm genug, um die Küche gemütlich zu machen, aber hell genug, um Lebensmittel farbgenau zu erkennen. 2700K ist zu warm - du siehst nicht, ob Fleisch verfärbt ist. 6500K ist zu kalt - wie in einer Klinik. 4000K ist neutral, klar und natürlich. Viele Systeme erlauben es, die Farbtemperatur zu verändern. Nutze das, wenn du willst. Aber starte mit 4000K.
Wie erkenne ich ein gutes LED-System?
Drei Dinge: 1. CRI >90 - das steht auf der Verpackung. 2. 120 LED pro Meter - nicht 60. 3. Ein 24V-Netzteil mit 20 % mehr Leistung als der Streifen verbraucht. Wenn du das siehst, ist es ein gutes System. Vermeide Systeme ohne Angaben zu CRI, LED-Dichte oder Spannung. Die sind oft billig und schlecht.